200 Tage Lockdown in der Therme Erding

09. Februar 2021 , 10:46 Uhr

Die Therme Erding ist, Stand diesen Samstag, exakt 200 Tage geschlossen.
Die größte Therme der Welt zieht eine Zwischenbilanz und blickt auf ein trauriges Jahr zurück:
Über eine Million fehlende Gäste, enorme Umsatzverluste und aktuell 1.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit.
Ebenso leidet der gesamte Tourismus im Landkreis Erding und darüber hinaus unter der geschlossenen Therme, die mit 1,86 Millionen Besuchern im Jahr 2019 mehr Besucher verzeichnete, als das Schloss Neuschwanstein. Bedauerlicherweise ist immer noch kein Ende des Dornröschenschlafes in Sicht.

Am Freitag, den 13. März 2020 erhielt die Therme Erding den ersten Schließungsbescheid.
Darauf folgten insgesamt 103 Tage, in denen die größte Therme der Welt komplett leer stand. In der kurzen Öffnungsphase im Sommer wurde mit einem umfangreich ausgearbeiteten Hygiene-Konzept und Besucherlimitationen, die weit unter den behördlichen Vorgaben lagen, ein sicherer Badebetrieb gewährleistet.
Dennoch folgte am 02. November 2020 die erneute Schließung der gesamten Therme Erding sowie des Hotel Victory auf noch immer unbestimmte Zeit.

Kommenden Samstag blickt die größte Therme der Welt auf mittlerweile unglaubliche 200 Schließtage zurück.
Ein Szenario, das für Inhaber und Geschäftsführer Jörg Wund vorher unvorstellbar war.
In den letzten 20 Jahren vor Beginn der Pandemie wurden Störungen über Nacht behoben und Reparaturen in den frühen Morgenstunden ausgeführt, um den Gästen nicht eine einzige Schließstunde zumuten zu müssen. Der Betrieb lief durchgehend 365 Tage im Jahr.

Auch jetzt kann die Therme Erding trotz Schließung nicht einfach stillgelegt werden.
Die Lüftungsanlagen beheizen alle Bereiche auf 22° C, um die Palmen gesund zu halten. Die komplette Schwimmbadtechnik muss ebenfalls 24 Stunden am Tag auf reduziertem Betrieb laufen, um teure Standschäden zu vermeiden. Für die Instandhaltung des Bades werden weiterhin Techniker, Gärtner sowie Teamleitungen beschäftigt.
Dementsprechend betragen die Betriebskosten weiterhin 65 % und das ohne jegliche Einnahmen.
Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurden an diesen 200Tagen über 35 Millionen Euro umgesetzt. Dazu fehlen noch weitere 9 Millionen Euro Umsatz, die das Hotel Victory Therme Erding erzielte.
Die von der Bundespolitik zugesagten November- und Dezemberhilfen sind bis heute lediglich in Form von Abschlagszahlungen in Höhe von 300.000 Euro eingegangen, das entspricht 0,6 % statt der zugesagten 75 %. Die Abschlagszahlungen decken die aktuellen Betriebskosten für weniger als 3 Tage, für die anderen 197 Schließtage mussten über zehn Jahre angesparte Rücklagen verwendet werden.
Diese konnten dank sparsamen Wirtschaftens des gesamten Teams gebildet werden und waren für neue Attraktionen und Erweiterungen, wie ein zusätzliches Parkhaus und einen weiteren Hotelflügel eingeplant. Nach derzeitigem Stand droht ein Millionenverlust in der Bilanz, wenn die zugesagten Hilfen nicht fließen.

Jörg Wund, Inhaber und Geschäftsführer, zeigt sich frustriert über die Politik: „Seit der Beantragung der Hilfen im November- und Dezember haben sich die Antragsbedingungen mehrfach geändert und selbst jetzt im Februar gibt es noch nicht alle Formulare, um die notwendigen Gelder beantragen zu können. Nach meinem derzeitigen Informationsstand fallen die Überbrückungshilfen III, die ab Januar gelten, noch weit geringer aus.“

Die Therme hat mit ihrem Hygiene Konzept im Sommer erfolgreich bewiesen, dass sie eine sichere, gesundheitsfördernde Einrichtung ist. Auch aus wissenschaftlicher Sicht gibt es in Bädern und Thermen kein erhöhtes Infektionsrisiko, im Gegenteil: Sowohl das Thermalwasser, wie auch die Saunawärme bekämpfen Viren effektiv, zudem leistet beides als präventiver Gesundheitsschutz inklusive Stressbewältigung einen wichtigen, gesellschaftlichen Beitrag. Deshalb hofft Jörg Wund auf eine individuelle Betrachtung der Thermen bei den Entscheidungen zur Wiedereröffnung, die er zeitgleich mit der der Gastronomiebetriebe sieht.

„Jede weitere Woche Lockdown kostet die Therme Erding und das Hotel Victory über 1.000.000 €. Ich hoffe, das ist unseren Politikern bewusst.“ so Jörg Wund.


Pressemitteilung der Therme Erding vom 04.02.2021

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