Gut Ding will Weile haben.
Das gilt für viele Straßenprojekte in der Region.
Aber ein Fall aus Arnstorf zeigt:
Es gibt Hoffnung.
Nach rund 30 Jahren mit Planungen, Diskussionen und Prüfungen steht jetzt fest:
Ein lang ersehnter Kreisel an einem Unfallschwerpunkt kommt:
Und plötzlich geht es fix:
Schon im kommenden Jahr sollen die Arbeiten los gehen.
Drei Jahrzehnte lang reifte der Vorschlag, wurde geprüft, verworfen, erneut diskutiert, vertagt und wieder aufgegriffen – nun wird er Realität: Am Montagabend hat der Marktgemeinderat in Arnstorf (Landkreis Rottal-Inn) den entscheidenden Beschluss gefasst, der die Umsetzung eines Kreisverkehrs an der Bahnhofstraße ermöglicht und damit einen verkehrspolitischen Meilenstein setzt.
Dort, wo die Eichendorfer Straße, die Aufhausener Straße und der Kollbachweg zusammentreffen, hat sich das Verkehrsaufkommen kontinuierlich erhöht – ein zunächst gewöhnlicher Kreuzungsbereich entwickelte sich zum verkehrlichen Brennpunkt. Was Mitte der 1990er-Jahre als vorsichtige Initiative der Ländlichen Wählergemeinschaft begann, wurde in den folgenden Jahrzehnten zu einem der meistdiskutierten Themen der örtlichen Verkehrspolitik. Nun hat der Marktgemeinderat entschieden, den Weg für die Realisierung eines Kreisverkehrs freizumachen.
In den Folgejahren wurde kontrovers darüber debattiert, ob ein Kreisverkehr oder eine Ampelanlage die sinnvollere Lösung wäre. Zwar wäre eine Ampel kostengünstiger und aus Sicht einzelner Planer einfacher realisierbar gewesen, doch blieb der Kreisverkehr aufgrund seiner langfristigen Vorteile das erklärte Ziel der politischen Mehrheit. Er gilt als effektiver, sicherer und nachhaltiger, da er Staus reduziert, den Verkehrsfluss verbessert und gleichzeitig weniger wartungsintensiv ist. Dennoch bremsten Schwierigkeiten beim notwendigen Grunderwerb das Vorhaben weiter aus.
Erst als Bürgermeister Christoph Brunner die Angelegenheit erneut aufgriff, erhielt das Projekt neuen Schub. Der Markt ließ ein weiteres Gutachten erstellen, parallel dazu beauftragte auch das Staatliche Bauamt eine Verkehrsstudie. Letztere kam jedoch zu dem Ergebnis, dass aus staatlicher Sicht eine Ampel ausreichend wäre und eine Finanzierung eines Kreisverkehrs daher nicht vorgesehen sei. Aufgrund knapper Mittel könne selbst eine Ampellösung erst in drei bis fünf Jahren realisiert werden.
Ein Wendepunkt ergab sich schließlich durch die Möglichkeit einer sogenannten Sonderbaulast. Diese erlaubt es der Kommune, Planung und Bau eigenständig zu übernehmen, während der Freistaat bis zu 80 Prozent der Kosten fördert. Bei geschätzten Gesamtkosten von rund 1,2 Millionen Euro verbliebe ein Eigenanteil von etwa 300 000 Euro, wobei auch die Planungskosten weitgehend gefördert werden könnten. Der notwendige Grunderwerb ist jedoch vollständig durch die Marktgemeinde zu tragen.
Im Marktgemeinderat bestand zu diesem Vorgehen parteiübergreifend Einigkeit. Alle Fraktionen bezeichneten den Beschluss als längst überfällig und begrüßten die Entscheidung ausdrücklich. Hans Reiter (LWG) erinnerte an die jahrelange Befürwortung seiner Fraktion, Kyrill Gabor (CSU/SPD/UWG/Junge Generation) sprach von einem „verfrühten Weihnachtsgeschenk“, Peter Schaitl (CSU) stellte fest, dass eine Ampel nie eine überzeugende Lösung gewesen sei, und Thomas Pröckl (CSU) bezeichnete den Tag als „gut für Arnstorf“.
Schlüsseögrundstücke gesichert
Zur Frage des Grunderwerbs erklärte Bürgermeister Brunner, dass zwei Schlüsselgrundstücke bereits gesichert seien und weitere kleinere Flächen nach Abschluss der Feinplanung verhandelt würden. Im Baugebiet verlaufen zudem wichtige Versorgungsleitungen, die verlegt und neu gebündelt werden müssen – vorbereitende Schritte hierzu sind bereits eingeleitet.
Nach fast 30 Jahren Diskussionen soll es nun vergleichsweise schnell vorangehen: Bereits am 8. Dezember sollen die Planungsleistungen vergeben werden, die öffentliche Ausschreibung ist für Februar vorgesehen, Baubeginn könnte im Jahr 2026 sein.